Jede Skulptur beginnt mit einem ersten Tropfen Metall.

Dass es dereinst Tausende Kilogramme Stahl sein werden, die ich von Hand in Skulpturen umschmelze, war nie mein Plan.

Kunst– für Generationen gemacht.

Skulpturen Schweiz

Meist sind es Frauenfiguren, die der Schweizer Künstler nach und nach aus Eisenstücken aufbaut, die zuvor mit der Gasflamme bei mehr als 1500 Grad geschmolzen und dann wieder zusammengefügt werden. Kein Wunder, dass es in seiner Werkstatt ständig wallet und brodelt und brauset und zischt.

Achim Manthey, Galerie Wimmer München

Dem Wesentlichen auf der Spur.

Schweizer Künstler

“ Ich habe die Fähigkeit, dass ich schon früh erkenne, dass es gut wird. Ich sehe das Neue und Geniale. Um den Beifang, den Mist der sich während des Prozesses dazugesellt, kümmere ich mich später. Auch, wenn für Andere längst alles verloren scheint. In diesem, für mich höchsten Moment der Entzückung, rufe ich nach Fanfaren und Trompeten.

So geht Kunst machen.

Skulpturen, online Katalog

Kunstaffine Menschen sind jederzeit willkommen. Eine Auswahl von dem, was Sie im Atelier erwartet, können Sie vorab online betrachten.

“ Sein Werk setzt sich mit der Anmut und der Würde der weiblichen Gestalt auseinander. Diesen Reichtum zu ergründen wird ihn wohl für den Rest seines Lebens beschäftigen.

S.Oleson

Skulpturen Katalog

Es folgt eine Übersicht klassischer und experimenteller Themen der Bildhauerei.

#biomorphe (3) #enrobe (4) #gruppen (3) #hockende (1) #kauernde (4) #miniaturen (11) #porträts (3) #relief (2) #sold (108) #stehende (22) #torsi (1) #viecher (2) Katalog 2022 (17)

Skulpturen #biomorphe

Die neuesten Arbeiten sind in Schichten aufgebaut. Nach einer intensiven Entwurfsphase werden alle Eisenstücke mit einem Schneidbrenner entfernt. Ab da werden die losen Teile in vielen Kompositionen übereinander arrangiert. In der endgültigen Fassung erkennt man neben der offensichtlichen Abstraktion biomorpher Formen auch die transitorische Herangehensweise.

Skulpturen #gruppen

Wie arrangiert man eine Mehrzahl an Figuren? Die Möglichkeiten scheinen unendlich. Die Art und Weise wie die Figuren zu einander stehen verändert die ganze Skulptur. Oftmals experimentiert der Künstler tagelang mit unzähligen Variationen.

Skulpturen #kauernde

Die weibliche sitzende oder auch kauernde Skulptur ist komplex. Wegen den oftmals verschlungenen und verkrümmten Gliedmassen ist die Gestalt eine willkommene Herausforderung. Gerade bei diesem Motiv muss die Skulptur aus allen Blickwinkeln etwas hermachen.

Skulpturen #miniaturen

Die Miniaturen stehen der Urform aller Skulpturen, den Venusfigurinen, wohl am nächsten. Obschon die geringe Menge des verarbeiteten Eisens eine rasche und spontane Arbeit vermuten lässt, ist dem nicht so. Es erfordert höchste Konzentration und einen präzisen Umgang mit dem Schweissbrenner, um die Bereiche, welche bereits fertig sind, nicht wieder einzuschmelzen.

Skulpturen #porträts

Von massiven Köpfen über Porträtbüsten bis hin zu Fragmenten. Die Faszination den Blick einer Skulptur herauszuarbeiten ist unbeschreiblich. Für den Eisenplastiker bedeuten diese Arbeiten die eigentliche Königsdisziplin.

Skulpturen #relief

Diese Werke sind für die Fassade wie auch die Wandelhalle oder den Empfangsbereich konzipiert. Im Aussenbereich wird sich die Patina über das Kunstwerk hinaus entwickeln. Im Innenbereich entfällt diese Veränderung.

Skulpturen #stehende

Seit 40’000 Jahren schafft der Mensch stehende Figuren. Aus dieser Suche nach einer verborgenen Wahrheit, dem Zauber der den weiblichen Skulpturen innewohnt, ergibt sich eine geistige Verwandtschaft zum Ursprung der Menschheit.

Skulpturen #torsi

Das erschaffen weiblicher Torsi stellt die größte Herausforderung dar. Diese Arbeiten sind wahre Highlights. Ihre Volumina verändern den Ausdruck im Raum enorm.

Teilnahme an Kunstausstellungen

2021 Torre Fiorenzana, Grono / 2020 Kulturmühle, Lützelflüh / 2020 Galerie Immaginazione,Brugg / 2019 Galerie Immaginazione, Brugg/ 2018 Stadthaus, Unterseen / 2017 Galerie Werthmüller, Murten / 2016 Art-Momentum, Biel / 2015 Tramdepot, Bern / 2015 Galerie Rhomberg, Innsbruck / 2014 Galerie Wimmer, München / 2014 Galerie Christine Brügger, Bern / 2013 Galerie Christine Brügger, Bern / 2013 Galerie Ka Art, Saas Fee / 2013 Galerie Mera, Schaffhausen / 2012 Galerie Wimmer, München / 2012 Galerie Christine Brügger, Bern / 2012 Galerie Max-21, Iphofen / 2011 Nahrhafte Kunst Thun / 2011 Artbar, Brugg / 2008 Bellevue, Ittigen / 2007 Villa Amboz, Säriswil / 2006 Skulpturengarten Thierachern / 2005/ Galerie Erlengut, Steffisburg / 2004 Die Halle, Langnau a. A. / 2002 Ramseyer + Kaelin, Bern / 2002 Galerie La Rocca, Zürich / 2001 Die Halle, Langnau a. A. / 2000 Galerie Christine Brügger, Bern / 2000 Bernisches Hist. Museum, Bern / 2000 BA für Migration, Wabern / 1999 Skulptur 99, Bern

Rezension

Additiv baut er Schicht um Schicht behutsam und geduldig, auf seinen Sehsinn vertrauend, unter hohen Temperaturen mit seinen „Pinseln“, den diversen nach Größen sortierten Schweissbrennern, seine Eisenplastiken auf. Unterschiedlich grobe, durch Höhlungen und Buckel hervorgerufene Strukturen der Oberfläche, die interessante Licht-, Farb- und Schatteneffekte erzeugen, machen den aufbauenden Prozess deutlich. 

Dieses Wissen um das Singuläre/Individuelle bestimmt den kreativen spannenden Arbeitsprozess, in dem sich eine quasi symbiotische Beziehung zwischen Künstler und Werk durch wechselseitige Beeinflussung aufbaut: ausgehend von einer noch diffusen Vorstellung lässt er sich ganz pragmatisch von seiner technisch-handwerklichen Geschicklichkeit im Umgang mit dem schwierigen Medium Eisen leiten.

Die Berufsbezeichnung „Eisenplastiker“ beschreibt treffend die kraft- und energiefordernde Tätigkeit des Künstlers, vermag aber nicht das künstlerische Resultat, die unerwartete Ästhetik und Leichtigkeit der meist schwergewichtigen Werke auch nur anzudeuten. Stahlhartes Material verwandelt sich mittels genuiner Sensibilität, die durch zahl- und variationsreiche zeichnerische Figurenstudien verstärkt wurde, zu Objekten voller Anmut und Grazie. David Werthmüllers Faszination für die räumliche, greifbare Präsenz seiner Skulpturen überträgt sich unmittelbar auf den Rezipienten, der sie umschreitend visuell und haptisch, überaus sinnlich, in ihrer Mehransichtigkeit erfahren und zu sich selber in Relation setzen kann. Hauptmotiv seiner Arbeiten ist die Gestalt des Menschen, die abstrahierend körperhaft aufgefasst ist. Archaische Einflüsse, die auf eine Vielzahl kultureller Reisen zurückgehen, sind unverkennbar. So erinnert die extreme Langstreckung bei gleichzeitiger Volumenreduktion seiner Figuren an die etwa 2300 Jahre alte etruskische Votivstatuette „L’Ombra della Sera (langer Abendschatten)“ aus dem etruskischen Museum in Volterra, die intensive ihn immer wieder herausfordernde Auseinandersetzung mit speziell der weiblichen Figur an das tradierte Formenrepertoire zahlreicher älterer Kulturen. 

Auf seine nicht streng anthropometrisch, sondern im Ausdruck universell, unkonventionell und so zurückgenommen wie möglich geformten Statuen passt das Zitat von Albrecht Dürer: „Gestalt ist also die äußere, in steter Wandlung begriffene Erscheinung des Menschen.“ Das ökonomisch-funktionale Ziel, den hohen Materialverbrauch und das Gewicht der Plastiken zu reduzieren, bewirkt neue, herausfordernde Experimente im Umgang mit dem bevorzugten Werkstoff Eisen. Masken- oder schalenartig gestaltete Köpfe und Torsos oder Figuren mit Hohlräumen entstehen, die neue interessante Ausdrucksvarianten ermöglichen. Das Wesenhafte zu sehen, zu erfassen und zu gestalten bleibt David Werthmüllers Hauptmotivation im „Kampf“ mit dem widerspenstigen Medium Eisen um autonome, singuläre, immer imponierende Arbeiten.

Dr. Maria Leven, Kunsthistorikerin, Brühl